Erklärungen über das Latihanvon Ibu RahayuWestborough,

MA, 20.Juni 1999

Provisorische Übersetzung von Sharif Horthy.

Der Talk wurde auf einem regionalen Treffender Subud-Gruppe Boston zum Anlaß der Feier von Bapak´s Geburtstag gehalten.

Verehrte Brüder und Schwestern,

habt Dank, daß ihr heute gekommen seid, um hier zu sein. Ich denke, wir sollten die Gelegenheit nutzen, um die Zeit mit einigen Erklärungen über das Latihan auszufüllen. Ich würde gern noch einmal etwas darüber wiederholen, was Subud und der Zweck des Latihan, das wir durchführen, sind.Diese unsere spirituelle Vereinigung, die wir Susila Budhi Dharma nennen, ist wirklich ein Symbol eines jeden Subudmitgliedes. Denn jedes dieser Worte: Susila, Budhi und Dharma hat eine spezielle Bedeutung, die zum Latihan aller einzelnen Mitglieder in Beziehung steht.Susila bedeutet das Verhalten einer Person, das in Übereinstimmung mit Gottes Willen ist. Budhi ist Gottes Kraft, oder Gottes Essenz, die in jedem menschlichen Wesen wirkt. Dharma ist die Hingabe, die ein menschliches Wesen erfährt, das beginnt, Gott anzubeten, als ein Ergebnis der Erweckung des inneren Fühlens.Wenn wir also diese drei Worte zusammenfassen, so ist die Bedeutung, daß wir von Gott kommen und zu Gott zurückkehren.

Und wenn wir nun über das aktuelle Latihan sprechen, so geht das Latihan durch einen Prozeß, auf den wir wie auf drei unterschiedliche Ebenen schauen können. Die erste davon ist Reinigung oder Säuberung. Die zweite ist Erweckung, und die dritte ist Vorbereitung. Die Ebene der Reinigung hat mit der Tatsache zu tun, daß, wenn wir in diese Welt geboren werden, wir begleitet werden von den Werkzeugen, oder Gott gibt uns die Werkzeuge, mit deren Hilfe wir in dieser Welt leben können. Dies sind die niederen Kräfte und die menschliche Kraft, die uns befähigen, hier zu leben. Und das ist der Grund, weshalb wir in unserer Anbetung Gottes ständig erweckt und lebendig gemacht werden, damit diese niederen, zusätzlichen Kräfte in uns, nicht immer Macht über uns haben. Es ist nämlich so, daß diese niederen Kräfte uns nicht stören oder unterdrücken können, wenn wir menschlichen Wesen selbst ihnen keinen Platz bereitstellen, den sie in uns einnehmen können. Darum ist es sehr, sehr wichtig für uns, das Latihan regelmäßig zu machen, um diese Kräfte zu entfernen von dem Platz, den sie in uns besetzen.

Die zweite Ebene der Erweckung hat mit der Tatsache zu tun, daß die menschliche Seele nichts Unvollständiges sein sollte, sondern eigentlich, zu guter Letzt, sollte sie Organe oder Sinne haben, um das zu erkennen, was Gott ihr gibt. Sie muß also Augen, Ohren und Gefühle haben, mit denen ihr, wenn sie sich entwickeln, fähig werdet, mit eurer Seele von Gott zu empfangen und tatsächlich zu erkennen, was Gott euch spirituell gibt. Für diejenigen unter euch, die sich vielleicht wundern, warum sie noch nichts wirklich empfangen haben, obgleich sie schon so lange Latihan machen - dies bedeutet, daß da noch irgendetwas fehlt. Die Sinne eurer Seele, das heißt, die Instrumente eurer Seele, sind noch nicht erweckt, darum können sie noch nicht erkennen, was ihr von Gott empfangt.

Und die letzte Phase, die der Vorbereitung, bedeutet, daß ihr an einen Punkt gebracht werdet, an dem ihr bereit seid, Gottes Willen zu erkennen. Diese Vorbereitung bedeutet keine Vorbereitung auf den Tod. Vielmehr ist es eine Vorbereitung, die es mit sich bringt, daß man bereit wird, loszulassen, alles hinzugeben, was aufzugeben Gott vielleicht von einem verlangt. Denn wenn Gott einem Menschen seine Gabe schenkt, kündigt er das nicht notwendigerweise vorher an. Tatsächlich wird dies manchmal ganz unerwartet geschehen, wenn die Zeit gekommen ist, daß Gott sie geben will. Und wenn ihr in diesem Augenblick nicht vorbereitet seid, kann das wirklich ein Verlust für euch selbst sein.Darum müssen wir in unserem Leben in Subud lernen, zu unterscheiden: unsere Bedürfnisse, näher zu Gott zu kommen, von den Bedürfnissen für unser Leben in dieser Welt zu trennen. Und was diese spirituellen Bedürfnisse betrifft, ist das, was wir empfangen, wirklich einmalig. Darum ist es sehr notwendig in Bezug auf unsere spirituellen Bedürfnisse, daß wir die Bemühungen, näher zu Gott zu kommen, nicht mit anderen Dingen oder Methoden vermischen. Denn es ist die grundlegende Natur von Subud, daß das, was wir empfangen, wirklich einmalig ist, daß es aus Gottes Kraft, oder Gottes Essenz entsteht, und sich unserer menschlichen Seele mitteilt. Darum wird diese menschliche Seele, die bisher überdeckt, oder eingeschlossen war - nicht nur durch das, was wir selbst hineingetan haben, sondern auch durch das, was wir von unseren Vorfahren geerbt haben - allmählich befreit, geöffnet und erlöst, die Hülle wird weggenommen, sodaß unsere wirkliche menschliche Seele fähig wird, geöffnet und bereit zu sein,Gottes Geschenk zu empfangen. So kann unsere menschliche Seele durch unsere Hingabe, durch unser Loslassen, Gottes Geschenk empfangen.

Das dauert natürlich Zeit. Es ist ein Prozeß der ausgeführt werden muß, denn das Wichtige daran ist, daß Gott diese Gnade, oder dieses Geschenk, nicht durch eine, zum Beispiel tierische Seele, oder etwas Ähnlichem gibt. Darum ist es wirklich unsere Verantwortung und unsere Pflicht, unserer menschlichen Seele zu erlauben, geformt, oder wieder befreit zu werden. Mit anderen Worten, wir sind verantwortlich dafür, zu einem Zustand zurückzukehren, wo wir menschliche Wesen sind. So ist es sehr wichtig für euch, wenn ihr das Latihan macht, es so gut wie nur möglich zu machen. Und ihr solltet Gott bitten, zu ihm beten in eurem Latihan, oder vor eurem Latihan, daß Er euch wirklich führen möge.

Darum ist es ein großer Fehler, wenn ihr während des Latihan von Theorien, Ideen oder Methoden Gebrauch macht, oder von solchen abhängig seid, die nicht von Gott, sondern von irgendwo anders herkommen. Die Auswirkung davon wird einfach sein, daß die Klarheit eures Empfangens, das ich oben erwähnt habe, gestört, oder umwölkt sein wird. Wir sind uns also bewußt, daß, wenn ihr eine Theorie oder eine Methode anwendet, die nicht aus der Kraft Gottes kommt, dann kommt sie aus einer Kraft, die eigentlich aus dem menschlichen Verstand entstanden ist. Und die Fähigkeit des menschlichen Verstandes, wie groß und mächtig er auch sein mag, ist auf Dinge dieser Welt beschränkt, und kann nicht darüber hinaus gehen. Wenn ihr zum Beispiel sterbt, kann die Kraft des Verstandes nicht folgen, sie kann eure Seele nicht begleiten, wohin sie auch gehen mag. Während im Gegenteil die Kraft Gottes in eurer Seele, im Augenblick eures Todes lebendig werden wird. Und ich glaube, das ist es auch, was all die verschiedenen Religionen lehren, daß eure Seele weiterleben wird, daß sie ewig ist und nicht sterben wird, wenn euer physischer Körper stirbt.Und was ist mit denjenigen unter euch, die eine besondere Fähigkeit haben, die vielleicht auf ihrer Begabung zu meditieren beruht, Yoga zu machen,oder etwas in der Art, und die sie anwenden, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen? Vielleicht setzen sie diese Fähigkeit ein, um andere zu heilen, oder sie Übungen zu lehren, und so weiter. Was ich hoffe, ist, daß ihr diese Dinge als etwas anseht, mit dem ihr euren Lebensunterhalt verdienen könnt, daß ihr sie nicht in das Latihan oder in Subud hineinbringt, sondern die beiden Dinge getrennt haltet. Denn wenn ihr diese Dinge als einen Teil eures Berufes verwendet, ist es in Ordnung. Da ist nichts Falsches daran, solange ihr sie nicht in das Latihan, das ihr in Subud macht, hineinbringt, und es dadurch stört. Diejenigen von euch, die zum Beispiel Helfer sind, und die aus dem Grunde Anwärtern Erklärungen zu geben, oder neue Mitglider zu öffnen haben, bitte mischt in diese Aufgaben nichts von den speziellen Techniken hinein, die ihr für die Ausübung eures Berufes anwendet, wenn ihr zufällig ein Heiler seid. In der Durchführung eures Latihan und in euren Erklärungen über Subud, seid bitte sehr klar und haltet sie rein in allem was ihr tut.

Da wir uns alle schon hingegeben haben, um Gottes Gnade zu empfangen, und Gott durch Subud anzubeten, folgt daraus, daß wir wirklich den Richtlinien folgen müssen, die Bapak uns gegeben hat. Natürlich sind dies nur allgemeine Regeln. Es sind weite Richtlinien, die Bapak uns gegeben hat, dafür,wie wir Gott in Subud anbeten. Aber diesen Dingen müssen wir folgen. Denn es ist nun einmal so, daß diese Strömung, die wir mit Subud empfangen haben, uns von Bapak übermittelt wurde. Tatsächlich war Bapak die Quelle, der Punkt, durch den Gottes Gnade, die wir empfangen haben, in die Welt gekommen ist. Darum müssen wir den Grundsätzen, die er niedergelegt hat, folgen, solange wir in Subud sind. Wir sollten diese Grundsätze oder Richtlinien, die Bapak uns gegeben hat, nicht verlieren, oder sie beiseite schieben. Wenn wir Helfer sind, ist es sehr wichtig, daß wir nicht eine Haltung einnehmen, oder den Eindruck erwecken, daß Bapak für uns heute nicht mehr wichtig ist, oder daß das, was er uns gesagt hat, keine Bedeutung mehr für uns hat. Wenn ihr das sagt, würde es bedeuten, daß ihr euch schon für fähig haltet, euch selbst mit allen Dingen im spirituellen Leben zu befassen.Während es tatsächlich so ist, und ich im Allgemeinen sagen kann, daß ihr zwar Helfer genannt werdet, aber noch nicht wirklich Helfer seid, in der wahren kejiwaan Bedeutung des Wortes, was bedeuten würde, daß ihr bereits an der Spitze all dessen wärt, was im spirituellen Leben erforderlich ist.Tatsache ist, daß wir Helfer noch im Prozeß der Entwicklung sind, was bedeutet, daß wir noch durch unseren eigenen Prozeß gehen. Die Folge davon ist, daß verschiedene Helfer unterschiedliche Fähigkeiten haben. Und wegen dieser Unterschiede - dem Fehlen von Einheit in der Fähigkeit von uns Helfern - ist es sehr wichtig, diese Unterschiede in einer starken Einheit der Helfergruppe aufzufangen. Darum ist die Harmonie der Helfergruppen von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung von Subud. Wenn eine Helfergruppe nicht harmonisch ist und verschiedene Helfer noch auf ihrem eigenen Recht beharren und immer noch nicht zusammenarbeiten können, dann führt das zum Chaos. Außerdem macht es auch einen sehr schlechten Eindruck auf Menschen von außerhalb, die uns beobachten, denn sie denken, "Oh ja, Subud ist etwas, das uns helfen kann, näher zu Gott zu kommen und Frieden in die Menschheit zu bringen." Aber dann sehen sie uns, und bemerken, daß in Wirklichkeit, weit entfernt davon, die Menschen, die das Latihan machen, untereinander keine Harmonie haben. Das ist das Hindernis für die Verbreitung von Subud. Darum ist es immer noch so notwendig für uns, speziell für die Helfer, Bapak´s Talks zu lesen und zu hören. Damit meine ich nicht, daß von euch erwartet wird, sie zu studieren, sondern sie einfach zu benützen, um herauszufinden und bestätigt zu wissen, was ihr in eurem eigenen Latihan empfangt. Das ist vor allem notwendig, um zu lernen, wie man Subud neuen Mitgliedern erklärt. Damit also,wenn neue Mitglieder oder Anwärter kommen, um etwas von Subud zu erfahren, das, was sie hören, eine gewisse Übereinstimmung, oder Ähnlichkeit hat. Wenn aber jeder Helfer Subud nur in Übereinstimmung mit seiner eigenen Erfahrung erklärt, und natürlich ist die Erfahrung jedes Einzelnen vollkommen einmalig, dann geschieht es, daß ihr von den Anwärtern erwartet, zu versuchen, all diese vollständig unterschiedlichen Erklärungen von Subud irgendwie zusammenzubringen. Das wird ein schwieriger Job sein, vor allem, weil dann die Wahrscheinlichkeit besteht, daß ihnen die Dinge, die sie wirklich verstehen sollten, nicht voll erklärt wurden.

Ich hoffe wirklich, daß die Helfer dies in die Praxis umsetzen können, denn es ist tatsächlich nicht leicht, ein Helfer zu sein. Und ich hoffe, ihr werdet euch nicht daran freuen, Helfer genannt zu werden, wenn ihr noch nicht fähig seid, euch selbst als die Art von Person auszuweisen, die ein Helfer sein sollte. Ich hoffe also, daß ihr nicht die Art Helfer seid, die sich daran freut, Helfer genannt zu werden, die aber niemals irgendwelche Zeit damit verbringt, den Mitgliedern zu helfen. In der Tat, wenn ihr Helfer seid, habt aber tatsächlich zu viel zu tun, um die Arbeit eines Helfers auszuführen, dann ist es wirklich nicht falsch, wenn ihr darum bittet, von euren Helferpflichten entbunden zu werden.Angenommen, zum Beispiel, ihr seid in dem Abschnitt des Lebens, in dem ihr kleine Kinder zu versorgen habt , oder ähnliches, dann ist es wirklich nicht falsch, um zeitweise Inaktivität, oder was es auch ist, zu bitten. Diejenigen von euch aber, die ihre Helferarbeit weiter ausführen möchten, werden merken, daß es wirklich nichts Schwieriges ist. Helfer zu sein, ist wahrhaftig keine Last. Im Gegenteil, ihr werdet herausfinden daß die Helferarbeit auch ein Weg sein kann, um für euch selbst zu lernen.

Der Grund, warum ich über diese Dinge spreche ist, daß ich viele Briefe von Subudmitgliedern erhalten habe, die sich darüber beklagen, daß sie keine Hilfe von den Helfern bekommen konnten, und als eine Folge davon, Subud verlassen haben.Wir müssen uns also daran erinnern, daß Subud seit etwa einem halben Jahrhundert in der Welt existiert, und wir uns nun vielleicht einmal selber anschauen und ein wenig Selbstkorrektur vornehmen sollten. Daß die Dinge, die wir der Außenwelt gerne über Subud erzählen möchten, auch in Wirklichkeit innerhalb von Subud sichtbar sein sollten, sodaß die Menschen, wenn sie kommen und Subud beitreten möchten, sie erkennen können.Darum müssen wir eine Anstrengung machen, damit die Art und Weise, wie wir in Subud arbeiten, wirklich in Ordnung und gut organisiert ist, und die Wirklichkeit widerspiegelt, die wir der Welt gerne zeigen möchten. Damit wir nicht in die Situation kommen, in der Menschen Gutes über Subud hören, und dann sehen, wenn sie dazukommen, daß es keine Einigkeit gibt und die Organisation nicht funktioniert.

Darum bin ich sehr in Übereinstimmung mit der Idee, daß wir, wie wir es nennen, kejiwaan, oder spirituelle Treffen haben sollten. Dort sollten wir versuchen, Streitfragen zu lösen, vor allem, was die Helfer und das kejiwaan betrifft. Wir sollten dabei aber vorsichtig sein, und nicht versuchen, diese Streitfragen mit dem Verstand zu lösen, sondern vielmehr mit dem inneren Fühlen, mit der Art von Fühlen, die im kejiwaan erforderlich ist, und in der Kraft des Empfangens im Latihan. Und wir müssen lernen, wie wir dies tun können, denn wir haben es heute nicht mit 20 Helfern oder so, zu tun, sondern es gibt vermutlich jetzt schon tausende von Helfern. Und wenn wir keine starke, einige Helfergruppe bilden, dann werden wir nicht fähig sein, das zu erreichen, was wir in Subud erreichen wollen.

Ich fühle, daß dies vielleicht für heute abend genug ist, denn morgen müssen wir sehr früh nach Mexiko aufbrechen. So möchte ich euch nur für eure Aufmerksamkeit danken, und euch eine gute Nacht wünschen.

Übersetzung Marianne Günther - Gruson